Freilauf in Innenhaltung
Freilauf ist extrem wichtig für Meerschweinchen. Die quirligen Meerschweinchen sind stetig in Bewegung und legen bei einem entsprechenden Platzangebot täglich eine beachtliche Strecke zu Fuß zurück. In einem kleinen Meerschweinchenkäfig können sie ihren natürlichen Bedürfnissen nicht nachkommen, da der Platz einfach nicht ausreicht.
Hier können sich die Meerschweinchen in Gartenhaltung glücklich schätzen - große Gehege sind das beste, was ihnen passieren kann. Die kalte Jahreszeit verbringen die meisten Meerschweinchen allerdings im Haus. Deshalb muss ihnen als Ausgleich sehr viel Freilauf gewährt werden, am besten mehrere Stunden täglich. In dieser Zeit muss ihnen Wasser und Heu zur Verfügung stehen, dass sie bei Bedarf aufsuchen können.
Sofern Sie die räumliche Möglichkeit haben, sollten sie eine größere Zimmerecke abteilen und diese mit einem aufklappbaren Freigehege abzäunen. So haben die freiheitsbewussten Meerschweinchen eine Ecke für sich, in der sie bei genügend Absicherung nichts dummes mehr anstellen können.
Ihren Meerschweinchen dürfte eine abgegrenzte Fläche lieber sein, als der Freilauf in einem großen Zimmer, wo sie ständig bewacht und von Unsinn abgehalten werden müssen.
↑↑↑
Gefahren beim Freilauf
In jedem normalem Raum gibt es etliche Gefahren für Ihre Meerschweinchen, sofern Sie eine Zimmerhaltung haben, die kein Freilaufgehege mit umfasst. Sie können probieren, Ihre Schweinchen bei ungewünschten Aktivitäten kurzzeitig durch Klatschen oder Rufen zu verscheuchen, aber sie geben bestimmt nicht so schnell auf. Stetiges wegscheuchen bedeutet außerdem starken Stress für die Tiere.
Selbst ein bereits erkundetes Elektrokabel verliert seinen Reiz nicht. Ich habe mal eine Aufstellung gemacht, welche Gefahren und Unfälle am häufigsten passieren.
- Grünpflanzen
- Kein Nager kann dieser köstlichen Verlockung widerstehen. Dabei macht es für sich keinen Unterschied, ob es sich um eine giftige oder ungiftige Pflanze handelt. Viele Pflanzen verursachen bei den Tieren nach dem Fressen starke Magenkrämpfe. Kakteen am besten außer Reichweite bringen, solange die Tiere draußen sind. Das gilt übrigens auch für Tiere in Außenhaltung oder im Zimmergehege - klären Sie immer ab, ob die erreichbaren Pflanzen giftig sind!
- Elektrokabel
- Neben den Pflanzen wohl das beliebteste Spielzeug, um sein Frauchen und Herrchen in den Wahnsinn zu treiben. Viele Nager lieben es, die Ummantelung bis auf das Innenleben abzunagen. Folge ist schnell ein tödlicher Stromschlag oder fürchterliche Verbrennungen. Legen Sie Kabel am besten verdeckt, damit es erst gar nicht in die Versuchung kommt. Ich gebe zu, das ist schneller gesagt als getan. Im Baumarkt gibt es Kabeltunnel, die zwar nicht sehr dekorativ, dafür aber wirksam sind. Als letztes Mittel hilft wirklich nur aufpassen und ablenken.
- Küche
- Da gerade Nager sich wirklich sehr klein machen können, sollten Sie am besten absolutes Küchenverbot erteilen. Sonst kommen ihre Tiere auf die Idee, sich hinter oder unter Schränken zu verstecken. Zusätzlich kommen Sie an viele Gegenstände heran, an denen sie nichts zu suchen haben, wie zum Beispiel Messer und Scheren (Verletzungsgefahr!) oder Obstteller (bitte nicht in Selbstbedienung!).
- Schränke
- Am besten verschlossen halten. Erstens besteht die Gefahr, dass Sie Ihre Tiere aus versehen einsperren und zweitens bekommt das auch allen im Schrank befindlichen Sachen besser.
- Reinigungsmittel
- Auch hier gilt die "Kleinkinderregelung". Nie in Reichweite, weil sie hochgiftig sind.
- Tischgegenstände
- Kleinere Gegenstände vom Tisch entführen, um sie in Ruhe zu bearbeiten, kann ein weiteres Hobby Ihrer Tiere werden, sofern sie heran kommen. Dazu gehört so was alltägliches wie der Aschenbecher in dem die alten Kippen liegen, genauso wie zum Beispiel ein Radiergummi. Manchmal wird sogar die ganze Schachtel Zigaretten verschleppt. Es ist meist ein übles Versteckspiel, bis Sie diese Gegenstände wieder bekommen.
- andere Tiere
- Hund oder Katze gehören beim Freilauf nicht in das gleiche Zimmer. Es kann zwar eine zeitlang gut gehen, aber ein gutes Verständnis zwischen zwei unterschiedlichen Tierarten ist nicht selbstverständlich.
↑↑↑