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VERGESELLSCHAFTUNG VON MEERSCHWEINCHEN

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Eingetrageneund geprüfte Meerschweinchenzucht Rexe

Ich züchte Rex Meerschweinchen und habe immer mal wieder Tiere abzugeben. Meine Tiere leben in Kaltstallhaltung, sind Kinder und Hund gewöhnt und sind teilweise schon handzahm. Ich lege ... [weiter lesen]

Vergesellschaftung von Meerschweinchen

Jede Vergesellschaftung hat ihre eigene Geschichte. Umstände und betroffene Meerschweinchen variieren, und genauso unterschiedlich laufen die Vergesellschaftungen an sich ab. Wenn es vorbildlich klappt, dann setzt man zwei sich fremde Meerschweinchen zusammen und die beiden verstehen sich vom ersten Augenblick an. Aber leider gibt es auch die Art von Vergesellschaftungen, bei denen gar nichts so abläuft, wie man es sich wünscht. Vorab lässt sich nicht immer eine zutreffende Prognose stellen. Allerdings gibt es ein paar Möglichkeiten, wie wir es unseren Meerschweinchen bei einer Vergesellschaftung deutlich einfacher machen können.

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Bereits vorab überlegen, ob die Meerschweinchen gut zu vergesellschaften sind

Wenn bereits ein oder mehrere Meerschweinchen im Haus sind und neue hinzu kommen sollen, dann sollten Sie sich die Charaktere der Meerschweinchen nebeneinander halten. Glauben Sie, dass die Meerschweinchen sich dauerhaft verstehen könnten? Wenn nein - warum nicht? Wenn Sie als Meerschweinchenhalter gleich mit einem schlechten Bauchgefühl an die Sache heran gehen, sollten Sie zu einem gewissen Anteil darauf hören und überlegen, warum es Ihnen negative Signale sendet.

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Hilfe bei der Auswahl und der Vergesellschaftung

Unerfahrene Meerschweinchenhalter können sich eine Vergesellschaftung vereinfachen, wenn Sie bereits vor der Auswahl eines neuen Meerschweinchens eine Vorauswahl treffen lassen. Züchter, Tierheime und Notfallstationen haben oft eine große Anzahl an Meerschweinchen in der Auswahl. Hier kann ein klärendes Gespräch über Ihre Haltung und den Charakter Ihrer vorhandenen Meerschweinchen dafür Sorgen, dass Ihnen ein hoffentlich gut harmonierendes Meerschweinchen nahe gelegt wird. Trauen Sie sich eine Vergesellschaftung nicht selber zu, fragen Sie nach Unterstützung. Es ist gar nicht mehr so selten, dass - eventuell gegen einen kleinen Aufpreis - Vergesellschaftungen übernommen werden. Dabei ist das für alle Beteiligten von Vorteil. Züchter und Notstationen lassen ihre zahlreichen Erfahrungen einfließen. Sie selbst brauchen keine Anst zu haben, dass etwas schief läuft. Und wenn Sie die Meerschweinchen nach Hause holen, sorgt der Ortswechsel noch einmal für eine Förderung der Harmonie, den in einer fremden Umgebung rauft man sich leichter zusammen.

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Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Vergesellschaftung

Bei jeder Vergesellschaftung gibt es eine goldene Regel: Setzen Sie die Meerschweinchen immer auf einem neutralen Boden zusammen! Meerschweinchen sind revierbildend. Ein Meerschweinchen, das seinen Meerschweinchenkäfig bereits länger bewohnt, betrachtet diesen als sein Revier. Jedes neue Meerschweinchen, das in den vorhandenen Meerschweinchenkäfig eingesetzt wird, ist ein Eindringling. Und ähnlich wie in der Natur probiert das länger anwesende Meerschweinchen den neuen Rivalen mit allen Mitteln zu vertreiben. Haben sich die Meerschweinchen in Streitigkeiten verbissen, wird eine glückliche Vergesellschaftung schwer bis unmöglich.
Um dies zu umgehen, reicht es nicht aus, den Meerschweinchenkäfig zu reinigen und einiges umzustellen. Ihr vorhandenes Meerschweinchen kennt dieses Ritual aus der regulären Käfigreinigung. Sie müssen wirklich neues Gebiet zur Verfügung stellen. Also einen Bereich, den keines der Meerschweinchen vorher jemals groß betreten hat. In vielen Familien ist dies der eigene Schlafbereich (also das Schlafzimmer) oder die Küche.

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Einrichten einer neutralen Zone für die Vergesellschaftung

Mittels eines zusammenfaltbaren Zauns oder Freigeheges lassen sich ungefährliche Bereiche für die Meerschweinchen vorbereiten. Fernab von Steckdosen, Kabeln oder anderen Gefahren sollten Sie Abwechslung schaffen, damit Ihre Meerschweinchen sich nicht aufeinander konzentrieren müssen. Dafür benötigt es Platz - innerhalb der neutralen Zone muss genügend Platz für Ausweichmanöver vorhanden sein. Jedes Meerschweinchen braucht die Option, sich notfalls in einen geschützten Bereich zurückziehen zu können. Gestalten Sie die neutrale Zone daher mit mehreren Versteckmöglichkeiten wie Tunneln, Weidenbrücken, Kartons und Häusern. Achten Sie darauf, dass bei allen Rückzugsmöglichkeiten zwei Zugangsmöglichkeiten vorhanden sind. Es bringt niemanden weiter, wenn ein Meerschweinchenhaus nur über einen Eingang verfügt. Sonst kann es schnell passieren, dass das Meerschweinchen im Inneren von einem Dominanterem, das in der Tür steht, übel in die Ecke gedrängt wird.

Lenken Sie die Meerschweinchen außerdem mit Futter ab. Natürlich steht das Fressen nicht im Vordergrund, sondern die Vergesellschaftung. Aber Futter ist eine ausgezeichnete Ablenkung, wenn dicke Luft aufkommt. Bevor sich ein Meerschweinchen streitet, wird es von den leckeren, angebotenen Gemüsesorten oder dem frischen Heu auf andere Gedanken gebracht. Selbstverständlich sollten Sie das Futter großzügig in der neutralen Zone verteilen, damit keiner sein Futter bewachen kann.

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Streit und Zank bei einer Vergesellschaftung

Biologisch gesehen treffen bei einer Vergesellschaftung immer Rivalen aufeinander. Jedes Meerschweinchen probiert, passend zu seinem Bedürfnis, einen Teil der neutralen Zone für sich zu beanspruchen, und diesen zu verteidigen. Dadurch wird jedes andere Meerschweinchen zum potenziellen Gegner, dem man in alt hergebrachter Manier erst einmal zeigen muss, wer das Sagen hat. Und das ist auch bei Meerschweinchen natürlich niemals das andere Meerschweinchen!

Von daher ist es ganz natürlich, wenn Anfangs gejagt, gezupft und bestiegen wird. Treffen zwei in etwa gleichstarke Charaktere aufeinander, dann wird es schwierig. Keiner der Rivalen möchte sich dominieren lassen - und möchte das mit allen Mitteln durchsetzen. Unterschiedliche Charaktere legen ihre Streitigkeiten meist schneller bei.

Der Mensch ist innerhalb dieser Streitigkeiten der größte Risikofaktor. Erst bei einer mehr oder weniger zünftigen Prügelei unter Artgenossen lässt sich klarstellen, wer der Chef ist. Ein Mensch, der helfend einstreiten will, beendet eine bis dahin noch unentschiedene Situation. Bei der nächsten Gelegenheit werden die Meerschweinchen sich mit noch größerer Entschlossenheit wieder aufeinander stürzen, denn vorhin - da hat es ja ein Unentschieden gegeben. Das menschliche Eingreifen in die Streitigkeiten einer Vergesellschaftung zieht diese somit unnötig in die Länge und erhöht den Stressfaktor für Mensch und Haustiere sogar noch.

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Der Meerschweinchenhalter hat oft mehr Streß als die Meerschweinchen

Wenn Sie an dem Tag der vVergesellschaftung selber unter Strom stehen, innerlich angespannt sind oder wenig Zeit haben - dann vertagen Sie die Vergesellschaftung. Für das Verständnis der Meerschweinchen gibt es nichts schlimmeres, als wenn ein nervöser Halter ständig eingreift oder die Meerschweinchen gar wieder für ein paar Stunden auseinander setzt. Jede Trennung bei einem Vergesellschaftungsversuch führt zu einem Neubeginn der Streitigkeiten. Deshalb sollten einmal begonnene Vergesellschaftungen durchgezogen werden. Und wenn Sie die Nacht mit dem Babyphon neben der neutralen Zone verbingen oder mit Bettzeug daneben campieren müssen. Seien Sie konsequent! Sonst geben Sie Ihren Meerschweinchen neues Streifutter.

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Wann Eingreifen nötig ist

Selbstverständlich können bei einer Vergesellschaftung Situationen entstehen, die ein Eingreifen des Halters notwendig machen. Dieser Punkt ist aber erst viel später erreicht, als wir meinen. Oftmals ist der Gedanke "Ich kann nicht hinsehen, das sieht so schlimm aus" noch lange kein Grund zum Eingreifen. Fühlen Sie sich überfordert, dann sehen Sie wirklich mal kurz weg oder bitten Sie ein Familienmitglied, kurz für Sie zu übernehmen. Es ist heftig, den Meerschweinchen beim Jagen und Fellrupfen zusehen zu müssen. Eingreifen müssen Sie aber erst dann, wenn es blutige Bißwunden gibt oder die Meerschweinchen sich so ineinander verbissen haben, dass Sie nicht mehr freiwillig loslassen (also länger).

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Dauer einer Vergesellschaftung

Die Dauer einer Vergesellschaftung lässt sich nicht festlegen. Die einen Meerschweinchen brauchen nur ein paar Stunden, andere wiederum ein paar Tage. Bei gleichstarken Charakteren gibt keines der Meerschweinchen schnell klein bei. Von daher sollten Sie geduld haben. das, was Sie vielleicht an positiven Fällen zur Vergesellschaftung gehört haben, muss nicht unbedingt auf Ihre eigenen Meerschweinchen passen. Geben Sie sich und Ihren Haustieren Zeit.

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Rückführung aus der neutralen Zone

Die neutrale Zone hat keine zeitliche Befristung. Ob die Meerschweinchen nun einen halben Tag darin sitzen und sich gut verstehen, oder ob sie zwei Tage darin sitzen, weil es zwischendurch kleine Aufmüpfigkeiten gibt - setzen Sie sich selber keine Frist. Erst wenn es mehrere Stunden keinen Streit mehr gibt, können Sie die Meerschweinchen in den Meerschweinchenkäfig zurück setzen. Denn hier hat eines der Tiere immer noch heimvorteil und könnte, wenn es knapp unterlegen ist, noch einmal aufbegehren. Wichtig ist die komplette Reinigung des Meerschweinchenkäfigs. Benutzen Sie dafür ein wenig Essig oder eine leichte Teebaumölmischung und spülen Sie die Einrichtung und den Meerschweinchenkäfig lange mit heißem Wasser nach.

Innerhalb des meerschweinchenkäfigs sollten Sie in der erste Zeit alle Unfallmöglichkeiten beseitigen. Setzen Sie zum Beispiel keine hohen Hindernisse ein, von denen ein Meerschweinchen im blinden Rückzug stürzen könnte. Lieber die ersten Tage etwas karger, aber dafür unfallfrei.

Sind die Streitigkeiten der Vergesellschaftung noch nicht ganz ausgetragen, dann stellen Sie den Meerschweinchenkäfig nachts in Hörweite oder benutzen Sie ein Babyphon, um notfalls nachsehen zu können. In den ersten Nächten kann es zu weiteren kurzzeitigen Streitigkeiten kommen, die Achtsamkeit - aber kein Eingreifen - nötig machen. Deshalb sind Vergesellschaftungen für Meerschweinchen und Menschen sehr anstrengend. Trotzdem ist das Ziel wunderbar und rechtfertigt den Nervenverlust auf beiden Seiten. Und als tröstende Worte sei gesagt: Aus den größten Streithähnen werden manchmal die dicksten Freunde! Wir haben schon manche schwierige Vergesellschaftung erlebt, bei denen die Tiere anschließend wirklich unzertrennlich wurden.

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